Über Stock und Stein rund ums Wildhorn

Ehemalige Lernende der Bächtelen trafen sich vom 11. bis 13. September 2011 auf einer Wandertour.

Die Stiftung Bächtelen engagiert sich auch nach der Ausbildung für ehemalige Lernende. Sie bietet Unterstützung in beruflichen und privaten Angelegenheiten an und organisiert verschiedene Anlässe. Alles mit dem Ziel eine nachhaltige Integration zu fördern.

Zu diesen Anlässen gehört auch das Ehemaligenlager. Das Ehemaligenlager ist ein fester Bestandteil in der Agenda der Stiftung Bächtelen. Es findet alle zwei Jahre statt und bietet Gelegenheit Kontakte und Geselligkeit zu pflegen. Dieses Jahr trafen sich die ehemaligen Lernenden der Stiftung Bächtelen im Berner Oberland.

Marianne Vogt, Mitarbeiterin Stellenvermittlung/Integration, blickt auf eine gelungene und erlebnisreiche Wanderung zurück. Im folgenden Bericht schildert sie die vielen Impressionen:

„Anstelle des Ehemaligenlagers, welches alle zwei Jahre durchgeführt wird, stand vom 11. – 13.9.2011 eine Bergwanderung auf dem Programm. 12 trainierte und erwartungsvolle Ehemalige starteten am Sonntagmorgen mit uns drei Begleiter/-innen der Stiftung Bächtelen zur Tour du Wildhorn.

Das Bergwetter stimmte, und so marschierten wir von der Iffigenalp im Simmental Richtung Wildhornhütte auf 2303 Meter über Meer. Diese erreichten wir nach einem Zvierihalt am Iffigensee in 3 ½ Stunden.
Alle meisterten die 719 Höhenmeter, mit schwerem Rucksack und bei sommerlicher Temperatur, mit Bravur. Auf den letzten Metern vor der Hütte drohten Gewitterwolken und wenige Regentropfen. Aber zum Glück warteten Blitz und Donner, bis wir es uns in der Hütte bereits gemütlich gemacht hatten.
Wir waren die einzigen Gäste in der SAC-Hütte. Der Hüttenwart kochte für uns zum Nachtessen Suppe, Rindsbraten, Kartoffelstock und Rotkabis. Als Dessert gab es Vanillecreme. Die Zeit bis zum Lichterlöschen um 22:00 Uhr verging wie im Flug. Dank Yazzi, Telefonieren und Plaudern war die Enttäuschung über das fehlende „Fürabebier“ rasch vergessen. Die bewölkte Vollmondnacht liess nichts Gutes erahnen. Aber trotzdem erwartete uns anderntags ein strahlender Spätsommermorgen.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg Richtung Geltenhütte. Der Weg führte ums Niesehorn herum über den Tungelpass zum Chüetungel auf 1797 Metern, und stieg hinauf zur Geltenhütte auf 2003 Meter über Meer.
Am Tungelpass machten wir Mittagsrast. Eine Mauer aus aufgeschichteten Steinen markiert hier die Ämtergrenze zwischen Saanenland und Obersimmental. Bis dahin hatten wir Gämsen, Murmeltiere, einen Frosch, eine Kröte und ein Edelweiss bewundert. Nach der Alp Chüetungel führte der schmale Weg wieder steil bergauf. Entlang der Bergflanke unterhalb des Follhorns hatten wir eine Metalltreppe zu überwinden. Zum Teil war der Bergweg mit Stahlseilen gesichert. Nach dieser Herausforderung, die von einigen etwas Mut und Überwindung forderte, erreichten wir die Geltenhütte. Diese liegt versteckt oberhalb einer Schwemmebene und unterhalb des Geltengletschers und des Geltenhorns.
Die Hüttenwartin verpflegte uns mit Suppe, Salat, Reis, geschnetzeltem Pouletfleisch und einer wunderbaren Zitronencreme zum Dessert. Nur etwas war zu bemängeln: auch hier war der Biervorrat ausgegangen. Wieder waren Yazzi und Fotografieren Trumpf. Die Yaks, die im Rottal sömmern, kamen hinunter bis auf die Terrasse der Geltenhütte und eigneten sich wunderbar als Fotosujet.
In der zweiten Nacht konnten alle besser und länger schlafen und sich von den Anstrengungen der langen Etappe erholen. Am dritten Tag stiegen wir 700 Höhenmeter über den unteren Feissenberg zum Lauenensee ab. Wir belohnten die bemerkenswerte Leistung der aufgestellten und stolzen Bergsteiger mit einem feinen Mittagessen im Restaurant am Lauenensee. Mit dem Postauto, dem Golden Pass Panoramic und dem Lötschberger erreichten wir am Abend unseren Ausgangspunkt Bern.“  

Fotos: Marianne Vogt, Elmar Boschung