Ariette

Ein Tag im Leben von…

Ariette I., Lernende im Bereich Hauswirtschaft, erzählt über das frühe Aufstehen, die vielseitige Ausbildung und eine kratzende Katze.

Meine Ausbildung zur Hauswirtschaftspraktikerin EBA mache ich in der Stiftung Bächtelen in Wabern b. Bern. Da mein Wohnort nicht gleich um die Ecke liegt, beginnt mein Arbeitstag morgens um fünf Uhr.

Nachdem ich mich in der Früh aus meinen Federn gerappelt habe, trinke ich rasch ein Glas Milch, putze die Zähne, verabschiede mich von meiner Katze und los geht`s: mit dem Bus zum Bahnhof Langenthal und von dort weiter mit der Bahn nach Bern. Zum Glück sind am Morgen die meisten Menschen noch nicht richtig wach, sitzen still auf ihrem Platz, dösen vor sich hin oder lesen Zeitung. Diese kurze Zeit der Ruhe geniesse ich richtig. Denn im Bahnhof Bern ist schon reger Betrieb. Von Bern habe ich noch gut zehn Minuten mit dem Tram nach Wabern und von dort einen kurzen Fussmarsch bis zu meinem Lehrbetrieb, der Stiftung Bächtelen.

Im Hausdienst und der Wäscherei arbeiten vier Ausbildner und zurzeit sind wir sieben Lernende. Wir Lernende wechseln alle drei Monate den Ausbildner, was Abwechslung bringt und auch lehrreich ist. Am Morgen sitzen wir alle zusammen und besprechen den Tag. Manchmal gibt es spezielle Termine, zum Beispiel einen Zahnarzttermin oder interne Schulung in der Autotheorie. Dies muss alles in der Tagesplanung berücksichtigt werden, da wir auch externe Aufträge ausführen. Zu unserem planbaren Tagesablauf kommen oft noch spontane Arbeiten dazu: eine verstopfte Toilette, eine abgefallene Türklinke oder einfach eine Glühbirne zum Auswechseln. Bei allen noch so kleinen Aufträgen, eine Person vom Hausdienst muss ihn ausführen. Bei diesem vielfältigen Aufgabenbereich vergeht die Zeit wie im Flug. Zum Glück haben wir am Morgen und am Nachmittag eine kurze Pause zum Trinken, sitzen, erholen.

Das Mittagessen essen wir gemeinsam mit den Lernenden aus allen Werkstätten. Da haben wir Gelegenheit miteinander Neuigkeiten auszutauschen. Nach der Mittagspause geht`s weiter mit Arbeiten. Meist habe ich so um 16:00 Uhr einen Taucher: ich werde sehr müde, bin ja auch schon elf Stunden auf den Beinen. Um 17:00 Uhr schreiben wir Lernende und auch die Ausbildner noch kurz auf, was für Arbeiten ausgeführt wurden. Dies ist unter anderem auch ein wichtiges Instrument, um den Überblick zu behalten und so alle geforderten Lernziele zu erreichen.

Nach der Arbeit spielt sich die Heimreise genau wie am Morgen ab, einfach in umgekehrter Richtung. In der Bahn ist es allerdings nicht mehr so ruhig wie in der Früh: Telefongespräche, Menschen die zusammen diskutieren, Musik, Geraschel von Chipspäckli,… Uff, um 19:00Uhr bin ich zu Hause. Nun will die Katze gefüttert und gehätschelt werden. Trotz meiner Mühe und Fürsorge werde ich oft zur Belohnung nur gekratzt!
Duschen, essen, wenn immer möglich lernen und Hausaufgaben machen. Halt –Stopp! Am Mittwoch ist mein Waschtag. Da gibt es für alle, inklusive Katze später Feierabend. Um 22:00 Uhr ist spätestens Lichter löschen. Denn schon bald rasselt mich der Wecker wieder aus meinen süssen Träumen…

Wie die Leser sicher bemerkt haben sind meine Arbeitstage streng und meine Freizeit kurz. Trotzdem bin ich froh, meine Ausbildung in der Stiftung Bächtelen zu machen. Es ist eine grosse Chance für mich und meine Zukunft.

Aufgezeichnet von Regula Niederhauser
Foto: Matthias Luggen